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Marcel

Als Kind wurde er 10 Jahre lang von seinem Onkel schwer sexuell missbraucht. Niemand hilft ihm über all die Jahre, niemand will es wohl wahr haben. Die Folgen sind Depressionen, Angstzustände, massive Schlafstörungen und schließlich ein Selbstmordversuch, der nur ganz knapp scheitert.

Erst im Alter von 25 Jahren findet er die Kraft, den Onkel anzuzeigen. Dieser versucht zuerst, ihn zu erpressen und dann, als das scheitert, sein Schweigen zu kaufen.

Marcel bleibt standhaft, doch der folgende Prozess ist die Hölle. Der Onkel streitet alles ab, in stundenlangen Vernehmungen muss er alles noch einmal bis in die schrecklichen Details schildern und somit noch einmal die Qualen und Demütigungen durchleben. Er erleidet eine Re-Traumatisierung, wird erst vorübergehend, dann dauerhaft arbeitsunfähig.

Die Familie zerbricht am Prozess. Marcel verliert die Kontrolle über sein Leben, gerät in Schulden. Er erfährt, dass er HIV positiv ist.

Der Onkel wird zu 4 Jahren Haft verurteilt, geht aber sofort in Berufung. Marcel kann dadurch mit der Sache nicht abschließen, hat große Angst vor der erneuter Vernehmung, der Verhandlung selbst und insbesondere der Begegnung mit seinem Peiniger.

Stiftung Kinderwürde übernimmt die Kosten für einen bescheidenen Urlaub, um Kraft tanken zu können für die kommenden Belastungen.