Unsere Arbeit

Claudia

Claudia lebt in einer intakten Familie mit zwei Brüdern.
Sie ist elf Jahre alt, als sich herausstellt, dass sie Opfer sexuellen Missbrauchs wurde.

Keiner weiß, was genau, wie oft und über welchen Zeitraum sich der Missbrauch vollzog, nur eines ist auch bei diesem Fall wieder klar: ihr Leben gerät aus den Fugen, nichts ist mehr so, wie es vorher war.

Der Täter, ein Familienvater, und Claudias Familie bekannt, flog auf, weil Claudia nicht das einzige Opfer war.

Die nächsten Zeilen erwartet man schon fast, so traurig es ist, es klingt fast vertraut, was nun alles folgt:
Dass Claudia sehr verschlossen wird, Angst vor Dunkelheit und vor Fremden hat, von Albträumen gequält wird und die ganze Familie irgendwann verzweifelt und erschöpft ist.

Was hier leider aber auch noch hinzu kommt und damit einmal mehr eine ganz individuelle Situation hervorbringt, ist die Tatsache, dass während des Prozesses bei Claudia eine chronische Erkrankung ausbricht, mit der sie leben kann, wenn sie sich verantwortungsbewusst damit auseinander setzen könnte, was aufgrund der Vorgeschichte nicht der Fall ist.

Sie durchläuft verschiedenste Therapien, wird aber beispielsweise von einer Tagesklinik abgelehnt, weil man sich dort überfordert fühlt.

Im weiteren Verlauf wechseln sich ambulante und kürzere, stationäre Aufenthalte ab mit dem Fokus auf die Trauma-Bearbeitung.

Aufgrund der Kombination aus psychischem Trauma und chronischer Erkrankung, wird der Familie, die am Rande des Existenz-Minimums lebt, geraten, Claudia einen Therapiehund an die Seite zu stellen – absolut nicht machbar für diese Familie!

Stiftung Kinderwürde übernahm hier die Kosten für den Eignungstest, die über mehrere Monate dauernde Ausbildung des Hundes sowie die Abschluss-Prüfung.