Unsere Arbeit

Antje

Antje durchlitt das typische Martyrium eines Kindes, das einen gewalttätigen Vater und eine hilflose Mutter hat: immer wieder wird sie ohne Anlass verprügelt, verhöhnt und gedemütigt. Um sie gefügig zu machen, wird sie stundenlang in den Keller gesperrt oder in den Kofferraum eines Autos.

Und natürlich wird sie missbraucht, jahrelang, immer und immer wieder. Zu "Übungszwecken" musste sie sich Pornos anschauen und dann dem Vater zu Willen sein.

Mit 15 zeigt sie ihren Peiniger an, kommt in ein Heim. Ihre junge Seele ist zerbrochen, sie hat Depressionen und Angstattacken, erträgt Dunkelheit nicht mehr- sie kann nur noch tagsüber auf die Straße. Sie hat keinerlei Selbstwertgefühl, versucht zwei Mal, sich umzubringen.
Sie leidet unter Bulimie, verletzt sich selbst, seit 1982 ist sie permanent in psychologischer Behandlung.

Dann bricht sie zusammen. Ihre Ehe ist gescheitert, ein Kind ist psychisch krank, das zweite wird aus Verzeiflung darüber drogenabhängig. Ihren Beruf kann sie wegen der Traumatisierungen nicht mehr ausüben, sie bekommt Krebs, eine Brust wird amputiert. Sie muss Privatinsolvenz anmelden, hat zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.

Wie viel Leid kann ein Mensch aushalten? Stiftung Kinderwürde hat sie finanziell unterstützt, um sich orthopädische Kleidung und sich und ihren Kindern ansonsten das Notwendigste zu kaufen: einen neuen Kühlschrank und Winterschuhe.