Unsere Arbeit

Anna

Wie unser "Fall Barbara" ist Anna ein Opfer organisierter Kriminalität.
Sie hat von frühester Kindheit an massive körperliche, sexuelle und psychische Gewalt erfahren.

Bei jedem Versuch, die Sekte zu verlassen, gibt es Akte der Vergeltung und der Einschüchterung.
Es liegen Klinikberichte und diverse Schriftstücke aus Therapien vor, es gibt Stellungnahmen, Gutachten, viele körperliche Diagnosen und es gibt auch die der "multiplen Persönlichkeitsstörung".

Nur eines gibt es in dieser ganzen Geschichte nicht: Zeugen.

Sie selbst erinnert ihr Martyrium nur bruchstückhaft, kann sich nicht mehr erklären, warum sie öfter in Kliniken mit starkem Blutverlust landet – mehr leblos als lebendig.
Es werden Medikamente bei ihr gefunden, mit denen sie sich wohl selbst ruhig gestellt hat, um zu überleben, von da an erkennen die Gruppenmitglieder, dass sie gefährlich werden könnte.

Sie darf das Haus nicht mehr allein verlassen, nur noch mit einem Polizisten, der auch zur Gruppe gehört, ebenso wie behandelnde Ärzte von nun an von der Gruppe gestellt werden.

Die Eltern wollen eine Generalvollmacht von ihr und die Überschreibung ihres Sparbuches.
Die Eltern sind Juristen.

Kaum vorstellbar, dass Anna trotz dieser Umstände ein Studium durchzieht und kurz vor dem 2 (!) Staatsexamen steht, als sie sich an Stiftung Kinderwürde wendet.

Sie hat den Absprung geschafft, sie hat ihren Namen geändert, sie hat einen riesigen Schuldenberg und mit Blick auf das Examen überrollen sie nicht nur ihre psychischen Probleme durch die Traumatisierung, sondern auch die ganz real existierende Angst vor der Entdeckung.
Denn eines ist klar: wer die Gruppe verlässt, wird vernichtet.

Sie hat aber auch eine gute Therapeutin gefunden – zum Glück!

Stiftung Kinderwürde hat viele Monate rückwirkend und vor allem stabilisierende Therapie-Stunden bis zum Examen finanziert, um Anna eine (neue) Existenz-Grundlage zu ermöglichen.

Sie hat das Examen in der Tasche. Sie war eine der Besten.